Online-Tagebuch

Kino (04.02.2015)

Heute war ich zum ersten Mal mit meinen 3 großen Jungs im Kino. Auch wenn es das Kino in Ibarra schon gut 2 Jahre gibt, hatten wir es noch nie geschafft. War das eine Aufregung im Hause Erndwein.
Bis man da allen alles erklärt hatte, wie ein Kinobesuch funktioniert. Und dann noch ein 3D Film, bei dem man spezielle Brillen tragen muss.
Der Film war nicht ganz mein Geschmack (Die Pinguine von Madagaska), aber für die Jungs war es ein Abenteuer.

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Unterwegs mit Film-Team

Die letzten beiden Wochen war ich viel unterwegs. Indianermarkt Otavalo, Cuicocha, Dschungel. Simon Heidt und Frau (und Mäxi!) aus Deutschland waren da. Simon hat Material für einen neuen Ecuador-Länder-Film und Kinderfilm gedreht.
Der Mäxi-Film soll zum KiMiFe fertig sein, der Länderfilm zum Herbstmissionsfest. Gerade rechtzeitig, wenn wir  im Reisedienst sind.

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Wenn alles zusammenkommt 15.-17.01.2015

In 48 Stunden hat mein Auto Flughafenzubringer, Tiertransporter, Ambulanz, Touristentaxi und Leichenwagen gedient.

Am Donnerstagabend habe ich ein Filmteam aus Liebenzell vom Flughafen in Quito geholt und nach Ibarra gebracht (im Herbst wird es einen neuen Ecuadorfilm geben.) Um 00.30h war ich

Am Freitagmorgen um 7h habe ich unseren Hund vom Tierarzt geholt, der dann vor lauter Freude ins Auto gepinkelt hat, so dass ich die ganze Rückbank ausbauen musste.

Mittags hatten wir dann unsere neuen Missionarskollegen, Ehepaar Graser zu Besuch.

Abends war Hauskreis in Piaba und dann kam der Anruf, ob ich bei Ramona vorbeifahren könnte und ihre Hand begutachten könnte, weil sie sich geschnitten hatte. Da es tiefer war, sind wir noch ins Krankenhaus zum Nähen nach Ibarra gefahren.

Am Samstagmorgen dann hab ich das Filmteam in Ibarra abgeholt, um mit ihnen nach Otavalo auf den Indianermarkt zu fahren. Gegen Mittag kam dann in Otavalo der Anruf von Alfonso der Anruf, dass seine Tante verstorben sei, ob ich helfen könnte, den Leichnam zu holen. So bin ich zurück nach Cotacachi, hab eine Kleinigkeit gegessen, wieder mit Alfonso nach Otavalo einen Sarg holen, mit dem Sarg nach Ibarra, und dann mit der toten Tante nach Cotacachi.

Wieder in Cotacachi, gleich weiter das Filmteam aus Tunibamba holen, wieder nach Cotacachi, was essen und dann zum CCBQ nach Chirihuasi.

Krasse 48h.

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Sommer 2013

Ende Juli 2013
Ich bin bei einem Jugendcamp in Lita dabei. Sehr entspannt. Es finden kaum Wettkampfspiele statt. Dieses Camp ist bei weitem nicht so aggressiv (und damit stressig) in seiner Grundstimmung wie andere Jahre.
Da das Camp, kurzfristig um einem Tag verlängert wurde, weil das 2. Camp Mangels Anmeldungen ausfallen muss, reise ich einen Tag früher ab. Ich konnte meinen Hauskreis nicht veschieben. So erlebe ich nicht mit, wie beim Abschlussabend viele Jugendliche eine Entscheidung für Jesus treffen. Auch 2 aus meiner Gruppe.

August 2013
Urlaub. Wir reisen durch den Norden Ecuadors bzw. die Küste nach Norden. Die ersten Tage bleiben wir in der Nähe von San Lopez und der Isla de la Plata ("Galapagos der Armen"). Auf einer Bootstour sehen wir Wale, Schildkröten, Blaufußtölpel und vieles mehr. Im Schiff(chen) schaukelt es ganz schön. Mateo ist vor lauter Angst, fast wie eingefroren. (wie das Wetter übrigens - ob es daran liegt, dass auf der Südhalbkugel Winter ist). Unserer Hotel ist gebaut, wie ein Piratenboot. Wir übernachten aber auch in günstigen, aber schönen Hotels und Bungalows, um schließlich in Atacames in unserer gewohnten Ferienwohung (in Wärme) unseren urlaub zu beschließen.

September 2013
Die Schule beginnt. Und es kommt Damaris Wessinger (ehemals Rostan) mit ihrem Mann und ihrem 5 Monate altem Sohn zu Besuch. Simone fährt mit ihnen allein nach Atacames Urlaub und ich versuche dem Chaos daheim allein Herr zu werden - und überlebe. Nein, es ging besser wie gedacht. Nur Mateo ist krank und muss zu Hause bleiben. Ebenso fällt einer meiner Babysitter aus, aber im Endeffekt klappt alles. 3 Tage bin ich tagsüber auf einer Fortbildung zum Gebrauch der Thompson Studienbibell. Sehr, sehr interessant.
Als meine Frau und Wessinges wieder da sind, unternehmen wir manchen Ausflug gemeinsam. Und das tollste ist, bevor Martin beim WKD angefangen hat, war er 20 Jahre Bäcker bzw. Bäckermeister. Es ist wie im Schlarafenland, Brot Brötchen, Brezeln - super.
Außerdem bekommt unsere Hündin in der Zeit Welpen - 12, aber 3 sterben. Sie hat sich zum gebähren ausgerechnet die einzige Regennacht ausgesucht. Da sie beschloßen hat unter freiem Himmel ihre Babys zu bekommen, müssen wir mitten in der Nacht einen Unterstand über ihr bauen.

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Was für eine Woche - Laurdes ist tot (20.07.2013)

Jugendkreis mit Ben Hass (Samstag, 13.07.2013)

Ben Hass, LM-USA Missionar in Nord-Irland ist für 3 Wochen in Ecuador. Er will prüfen, ob Ecuador für ihn ein mögliches neues Missionsfeld ist. Heute ist sein vorletzter Tag. Ich habe ihn für den Jugendkreis in Chirihuasi verpflichten können. Er stellt die politische Situation und seine Arbeit mit katholischen Jugendlichen in Nord-Irland vor. Ich übersetze ihn. Danach führt er die Jugendlichen ins Frisbee-Spielen ein, was sie sehr begeistert.

 

Voller Sonntag mit Evangelisationseinsatz in Piaba (Sonntag, 14.07.2013)

Morgens um 8 Uhr will mal wieder beim Gottesdienst in Pigulca. Seit sie den Gottesdienst von mittags auf morgens verlegt haben, ist wieder volles Haus. Etwa 30 Teilnehmer. Spontan fragt Segundo mich, ob ich predigen will. Wenn er so nett fragt, wird schon irgendwie. Ich spreche darüber, dass Gott das Volk Israel zu seinem auserwählten Volk machen wollte und ihnen als Leitlinie die 10 Gebote gab. Das Volk will den Bund halten, schafft es aber nicht – es läuft darauf hinaus, dass kein Mensch Gottes Anweisungen halten kann. Gott muss selbst eingreifen und schickt seinen Sohn.

Ich mache kurz halt im Gottesdienst in Cotacachi und treffe Alisia – ihrer Schwester scheint es minimal besser zu gehen.

Mit dem Bus geht es weiter nach Ibarra, um dann mit dem Missionsbusle in Chirihuasi meine Studenten für den Missionseinsatz in Piaba abzuholen. Der Nachmittag läuft recht gut, klar könnte man noch was verbessern, aber es war das erste Mal für viele. Aber so lernt man. Wenn man alle Kinder, Frauen, nebenan Volleyball spielende Männer, die durch unseren Lautsprecher notgedrungen mithören müssen, zusammenzählt, waren es rund 100 Leute.

Ich fahre die Leute nach Chirihuasi zurück, dann geht es mit Elvis nach Ibarra zur Jugendcamp-besprechung. Danach liefere ich Elvis wieder in Chirihuasi ab und fahre selbst nach Cotacachi, um 23 Uhr liege ich endlich im Bett.

 

Sommerfest – Goodbye Impis (Montag, 15.07.2013)

Heute ist Sommerfest der Mission mit Grillen und der Verabschiedung des Impact-Teams. Sie waren wieder mal eine echte Hilfe, ohne sie könnten wir z.B. keinen Kinderkreis machen.

Kurz bevor wir losfahren wollen, ruft Alisia an. Ob wir heute schnell nach Quito zum Blutspenden könnten. Wir einigen uns, dass wir Mittwoch fahren, heute geht einfach nicht, Dienstag darf ich wegen meiner Endziffer im Nummernschild nicht nach Quito fahren. Mittwoch also. Die Blutbank habe bis 17 Uhr auf.

 

Sitzungen und krank (Dienstag, 16.07.2013)

Morgens ist Junta – das wichtigste regelmäßige Austauschs- und Entscheidungsgremium unseres ecuadorianischen Kirchenverbandes. Ramona ist heute zum ersten Mal dabei. Die erste Frau in diesem Gremium. Sie wird herzlich willkommen geheißen. Danach Mittagessen mit den Impactlern, meiner Familie und Ramona in Cotacachi. Am Nachmittag hat Simone Frauentreffen der Mission in Ibarra.
Ich hab mich den ganzen Tag schon nicht wohl gefühlt, Kopfweh, Gliederschmerzen, die Augen brennen. Abends bekomme ich dann noch Fieber. Kann ich so morgen Auto fahren oder gar Blutspenden? Ich versuche viel zu trinken.

 

Satz mit X – War wohl nix: Blutspenden in Quito (Mittwoch, 17.07.2013)

Wir fahren zum Blutspenden nach Quito. Mir geht's ein bisschen besser. Es ist 11 Uhr. Ich habe zwei Impi-Blutspender angeworben, vielleicht muss ich dann gar nicht ran. Außerdem kommen noch Alisia, ihr Mann, ihre Eltern und ihre 2-jährige Tochter mit. 8 Leute in einem 6-Sitzer.

Im Krankenhaus brauchen wir die Papiere der Kranken und die Info, wo wir zum Spenden hin müssen. Alejandro zieht los. Nachdem er lange nicht wieder kommt, frage ich mich selbst auch durch. Nach 5 Minuten habe ich alles, was wir brauchen. Alejandro ist immer noch nicht da. Wir rufen ihn an. Wahrscheinlich war das meine Weiße-Nasen-Vorteil. Nach kleiner Irrfahrt finden wir die Blutbank – draußen steht, dass sie bis 15 Uhr geöffnet ist. Das reicht es ist 14.30. Der Wachmann weist uns ab – es ist nur noch bis eins offen. Die Tafel ist falsch. Sch… Wir treffen den Ehemann des Kranken. Er ist auch schockiert, dass schon zu ist. Jetzt erst hören wir, dass wir nicht Blut- sondern Plasma-Spenden werden. Wir wollen am Freitag wieder kommen. Donnerstag will ich selbst mit meiner Familie eine Ärzte-Tour durch Quito machen.

Kurz vor 19 Uhr bin ich wieder daheim und editiere bis 23 Uhr einen Rundbrief für das Patenschaftsprojekt der LM in Ecuador.

 

Laurdes ist tot (Donnerstag, 18.07.2013)

Es ist 9 Uhr, ich lese den Rundbrief gerade noch mal zur Kontrolle, als es klingelt. Alisia steht in Tränen aufgelöst vor der Tür. Ihre Schwester sei heute Morgen verstorben. Oh Mann!!!

Sie bittet mich, ob wir den Leichnam in Quito holen können. Klar, können wir. Ramona kommt auch mit, wir verändern all unsere Termine für heute (wir verschieben unsere Arzttermine, Ramona sagt Essensgästen ab), wir gehen noch einen schönen, weißen Sarg kaufen und ab geht's nach Quito. Gegen 13 Uhr sind wir dort. Die Familie wartet schon. Sie nehmen den Sarg entgegen und holen die Tote. Wenig später habe ich eine gefüllten Sarg, und rund 12 Leute im Auto. Eigentlich sind Leute auf der Ladefläche in der Stadt und der Autobahn verboten. Hoffentlich zählt das als Notfall. Auf dem Weg aus Quito verfahren wir uns noch 2mal und dann geht’s relativ gemächlich mit einem vollen, schweren Auto nach Cotacachi. Gegen 18 Uhr sind wir im Haus des Witwers. Wir laden den Sarg ab, gar nicht so leicht, bei den engen Türen. Gegen 19 Uhr sind Ramona und ich zu Hause. Später, gegen 20.30 wollen wir zur Nachtwache. Ich korrigiere endlich den Rundbrief zu Ende. Um 20 Uhr ruft Alejandro an, ich solle so schnell wie möglich kommen, der geplante katholische Geistliche sei nicht gekommen, ich solle predigen. Körperlich bin ich eigentlich nicht in der Lage, ich habe bis jetzt noch nicht gefrühstückt, geschweige denn zu Mittag- oder zu Abend gegessen. Ich habe Kopfweh, meine Beine wollen nicht mehr, und mein Kopf fühlt sich leer an. Nach einer guten Nudelsuppe und einer Aspirin geht’s wieder. Es kommen auch welche aus der Kirche mit. Gemeinsam schaffen wir es irgendwie eine Stunde zu reden und zu beten. Wir dürfen morgen noch mal einen Gottesdienst im Vorfeld des katholischen Geistlichen machen.

 

Trauerfeier Tag 2 (Freitag, 19.07.2013)

Ich komme morgens schier nicht aus dem Bett. Wie soll das mit der Predigt nur werden? Ich entscheide mich im Endeffekt auf die Methode Gottes mit Elia: Schlafen und Essen. Das mit der Predigt muss später noch reichen. Nachdem ich in Piaba die Bibelstunde abgesagt und in Tunibamba die Leute eingesammelt habe, fahren wir zum Haus der Toten in Alambuela. Das Team aus der Kirche ist auch schon da. Kurz bevor wir loslegen wollen, kommen verschiedene Leute auf mich zu, dass es zwischen Alisia und Alejandro wohl ein Problem gegeben hat, so dass Alejandro jetzt gar nicht da ist.

Ich muss meine Leute allein lassen und mit Alejandro reden. Was soll man sagen… Betet einfach für die beiden. Für heute konnten wir das Problem lösen (ein Problem sind sicherlich auch die Leute aus Alisias Familie, die auf mich zukamen). Während ich weg war, hat Segundo geplant und Christian spontan gepredigt, was ich mitbekommen habe, sehr gut und sehr evangelistisch. Gegen 22 Uhr sind wir wieder daheim.

 

Beerdigung (Samstag, 20.07.2013)

Um 7.30 fahre ich nach Alambuela. Ich habe angeboten, den Sarg oder Leute nach Cotacachi zu fahren. Bereits um 8.30 soll die Messe sein. Auf halbem Weg kommt mir der Trauerzug entgegen. Zunächst wollen sie weiter laufen. Nach ein paar Metern überlegen sie es sich anders. Schließlich habe ich den schweren Holzsarg nebst Inhalt und 15 Leute im Auto.

Die Messe beginnt 5 Minuten eher. Es läuft noch eine Taufe, während wir mit dem Sarg einziehen. Simone mit den Kindern kommt dadurch ein wenig zu spät. Unsere Kinder wollten unbedingt mal einen Sarg sehen und bei einer Beerdigung dabei sein. Gegen 9 geht’s zum Friedhof. Ein paar Männer heben noch das Grab aus, es kommen immer wieder Kleidungsstücke, Knochen usw. des Vormieters aus dem Loch hervor. Die Familie ist noch mal am offenen Sarg, nachdem das Grab zu ist, wird noch Essen verteilt. Danach bittet Alisia uns noch nach Alambuela mitzukommen. Das hat sicherlich auch praktische Gründe – wir haben ein Auto, wo im Endeffekt 20 Leute irgendwie unterkommen. Nach dem Mittagessen gehen wir. Gegen 13.30 sind wir wieder daheim. Um 15 klingelt es – Kathi Kröger steht mit Familie Riehl, Missionare aus Kanada vor der Tür. Sie wollten mal schauen, ob wir da sind. Da Ramona Riehls auch kennt, laden wir sie spontan auch ein. Unsere Kinder erwarten sie an der Haustür. Bevor sie kommt, rufen die Kinder plötzlich: Da kommen Pancho und Chabe. Schön, wenn man so viele liebe Menschen zu Besuch hat. Das Haus ist voll. Was für ein Tag, was für eine Woche.

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