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The Word for Sunday, May 20, 2012

Say to those who have an anxious heart, Be strong; fear not! Behold, your God will come with vengeance, with the recompense of God. He will come and save you.

Isaiah 35:4

Who shall bring any charge against God's elect? It is God who justifies.

Romans 8:33 (ESV)

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Fasten mit Gewaltmarsch und andere Unglücke (07.04.2012) PDF Print
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Vor ein paar Tagen bekam ich den Anruf von einem befreundeten Quichua. Seine Kirche würde ein Fasten (Ayuno) organisieren. Ob ich mitwollte? Sie würden sich auf einen Berg fahren lassen, den Vormittag mit fasten zubringen, singen, beten und die Bibel studieren. Danach würden sie den Berg runterwandern und zum Ausgangspunkt, ihrer Kirche, zurücklaufen. Um 6 Uhr morgens gehts los, gegen 15 Uhr sei man wieder zurück. Nach kurzem Überlegen und unter Zureden meiner Frau sage ich zu.

Ostersamstag, um kurz vor 6 bin ich da. Langsam kommen die ersten Leute, die mitkommen. Ein erstes Fahrzeug wird mit 20 Leuten gefüllt und fährt los. Mein Freund, der alles organisiert, ist noch nicht da. Erst nachdem das erste Fahrzeug weg ist, gegen 6.25 kommt er. Rund 25 Leute warten noch auf eine Mitfahrgelegenheit. Nach und nach werden noch andere Fahrzeuge organisiert. Ich komme im letzten unter, gegen 7 Uhr gehts los. Auf dem Berg, bzw. am Berghang, treffen wir das erste Fahrzeug wieder, es ist im Schlamm steckengeblieben. Nach einigem Hin und Her geht es weiter. Wir, die letzten, sitzen mittlerweile im ersten Fahrzeug. Auf einer Höhe von 3500-3800m (Baumgrenze) werden wir abgesetzt und wandern etwa 1 h zu einem alten Haus, wo wir den Vormittag verbringen wollen. Es wird wie geplant gefastet, gesungen, gebetet und auf Bibelarbeiten gehört. Aber es ist kalt und regnerisch. So wird nach der ersten Einheit ein Fangspiel gespielt, zum Warmwerden. Ich frage, warum sie kein Feuer anmachen. Holz gibt es genug. Meine Idee gefällt ihnen und so brasselt kurze Zeit später ein warmes Feuer, das uns 40 Leute gut wärmt. Gegen 14 Uhr sind wir fertig für den Abstieg. Genug gefastet. Irgendwo zaubern sie einen Topf mit Kartoffeln hervor, über den die Teilnehmer herfallen. Dann gehts an den Abstieg.

Das erste Stück schlängelt sich noch leicht abfallend den Berg entlang. Ich bin mit einer kleinen Gruppe von Männern an der Spitze der Gruppe. Wir können ein gutes Tempo machen. Aber irgendwann wird es immer unangenehmer. Wir müssen durch immer steiler werdende ausgelaufene Wege den Berg runter. Die Wege werden zu Hohlwegen, das Gras wird höher, zwischen Kniehoch und Kopfhoch, und nasser. Ich auch. Der Weg ist durch das ganze Grünzeug kaum noch zu erkennen. Ich stolpere durchs Gebüsch. In den Hohlwegen kann man seine Füße nicht nebeneinander stellen. Stehen kann man eh nicht, eher rutschen, alles ist durch den Regen matschig und nass. Mit der Zeit bin ich bis zur Unterwäsche nass, die Jeans steht vor Dreck. Wie geht es wohl den Frauen mit ihren knielangen Röcken und sandalenähnlichen Schuhen? Aber es bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Es geht immer weiter steil bergab, auf diesem (imaginären) Weg. Meine Begleiter stürmen voraus. Meine Füße, Knöchel, Knie schmerzen, von diesem ständigen Berg runter, insgesamt mindestens 1500m auf diesem miesen Weg. Dankenswerter Weise schlägt mir einer mit seiner Machete einen kleinen Baum als Wanderstock ab. Der hilft mir, aber er macht mir mit der Zeit eine Riesenblase in die Hand. Aber da kommt es auch nicht mehr drauf an, die Füße sind auch schon voll davon. (Unterwegs ruft mich Simone auf dem Handy an und lacht sich Tränen, als ich ihr meine Lage erkläre.)

Nach 3 Stunden sind wir endlich unten angekommen. Meine Beine schmerzen und zittern. So muss ich noch über zwei brückenähnliche Gebilde über einen reißenden Fluß; einmal sind es 3 schmierige Baumsstämme in 10m Höhe, ein anderes Mal ein Aquädukt ohne Geländer, wo es 20m runter geht. Der Großteil meiner Begleiter will auf den Rest der Gruppe warten, die sind etwa 1h hinter uns. Ich gehe mit einem Freund weiter. Ich lade ihn ein, das letzte Stück zur Kirche (den Berg hoch) mit dem Bus zu fahren.

Als wir aussteigen, passiert das nächste Unglück. Ich springe müde aus dem Bus raus und halte mich noch an der Haltestange fest. Dummerweise steht da eine Schraube raus, an der sich mein Ehering festhakt. Der Ring reißt mir die oberste Hautschicht auf und zieht den Finger unangehm in die Länge. Innerhalb kürzester Zeit ist der Finger so geschwollen, dass ich den Ring nicht mehr abkriege. Ein Arzt meint später, es sei wahrscheinlich ein Kapselriss. Für die nächsten Tage hat mein Finger Wurstform und hübsche Regenbogenfarben. Aber er ist nicht gebrochen und trotz Ring zirkuliert das Blut. Das war Glück im Unglück. Was für ein Tag! Was für eine interessante, anstrengende, aber sicherlich gemeinschaftsbildende Erfahrung!!!

 
Der Censo - noch ein Wunder (05.03.2012) PDF Print
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In Quito hab ich festgestellt, dass mein Censo (eine Art Ausländer-Personalausweis) nicht mehr in meinem Geldbeutel ist. Die Frage ist: Wo kann er nur sein? Als wir nach Hause kommen, wühl ich mich für die nächsten Stunden durch mein Büro. Das Ding kann überall sein. So groß wie eine Scheckkarte, kann es in jedem Buch, in jedem Brief, überall sein. Meine Suche bleibt erfolglos. Wann hab ich ihn das letzte Mal gebraucht? Ich hab in letzter Zeit soviele Dokumente für unseren Visa-Antrag beantragen müssen. Hab ich ihn da irgendwo verloren? Simone meint ich hätte ihn vor ein paar Tagen noch gehabt. Ich bin mir nur sicher, dass ich ihn vor 4 Wochen für eine Verlustanzeige meines Motorradnummernschildes benutzt habe. Aber 4 Wochen sind eine lange Zeit, das hätte mir doch auffallen müssen! Ich hab ihn sicher zwischendrin noch mal benutzt... So mach ich mich schweren Herzens auf den Weg nach Ibarra, um noch mal bei 2, 3 Stellen nachzufragen, wo ich war und dann auch zur Ausländerbehörde zu gehen, um eine Anzeige zu machen. Unnötig Zusatzarbeit, aber so ist es halt. In Ibarra frag ich bei der ersten Stelle nach. Leider nein. Ich fahre weiter, zu der Behörde, wo ich wegen des Nummernschildes war. Ich glaub aber nicht dran, dass er da ist. Aber es ist der letzte Strohhalm. Und siehe da, die Frau im Büro erkennt mich gleich. Ich hätte vor 4 Wochen meinen Censo bei mir vergessen. Aber sie hätte keine Kontaktdaten von mir gehabt, deswegen hat sie gehofft, dass ich wieder komme. Halleluja, Gott ist so gut! Ganz beschwingt und dankbar mache ich mich auf den Heimweg.

 
Pico y Placa - unser nächstes Wunder (03.03.2012) PDF Print
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In Quito gilt das sog. Pico y Placa. Zu den Hauptverkehrszeiten (Pico, morgens von 7-9.30 und abends von 17-19.30) dürfen nur Autos mit bestimmten Nummernschildern (Placa) in die Stadt einfahren. Montags müssen z.B. die Autos mit den Endziffern 1 und 2 draußen bleiben, Dienstags 3 und 4, Mittwochs 5 und 6 usw. Wer trotzdem fährt und erwischt wird, muss ungefähr 100 Dollar zahlen und einen Tag sein Auto abgeben. Wird man mehrmals erwischt, werden die Sanktionen bzw. Strafen immer schärfer.

Wir haben die Endziffer 4, das heißt wir dürfen dienstags zu den oben genannten Zeiten nicht unterwegs sein. Letzte Woche waren wir dienstags in Quito. Morgens haben wir auch noch dran gedacht und sind erst ab 9.30 unterwegs gewesen. Mittags waren wir noch in einem Park und sind dann nichts ahnend losgefahren. Wir sind etlichen Polizeiautos, - motorrädern und Verkehrspolizisten begegnet. Aber erst nach etwa einer halben Stunde, gegen 17.30 fällt es Simone ein, als sie einen Polizisten sieht, der Autos aufschreibt: Mensch, wir haben Pico y Placa. Wir dürfen gar nicht fahren. Wir haben ganz schön angefangen zu zittern. Sieht der Polizist uns. Gott sei Dank schiebt sich in dem Moment ein Bus zwischen uns und ihm. Wir versuchen so schnell wie möglich über die große Kreuzung zu fahren und in eine Seitenstraße abzubiegen, um einen sicheren Parkplatz zu finden. Nur das Auto abstellen jetzt. Und Gott sei Dank, es klappt. Wir werden nicht erwischt. Das Auto müssen wir halt jetzt hier stehen lassen bis 19.30. Hoffentlich ist die Straße sicher.

Wir fahren jeweils mit dem Taxi weiter. Simone mit ein paar Kindern zum Arzt und ich zum Übersetzer mit Mateo, um ein paar Dokumente abzuholen. Später treffen wir uns wieder und finden auch unser Auto unversehrt vor. Gott sei Dank!

 
Unser kleines großes Wunder (23.03.2012) PDF Print
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Vor ein paar Wochen ist mir ein kleines Mädchen während der Fahrt von der Pritsche meines Autos gefallen. Sie ist aufgestanden, obwohl wir das streng verboten haben. Die anderen im Auto, auch die, die neben ihr saßen, haben nichts mitgekriegt. Ich war der erste. Ich hatte ein Geräusch gehört, als ob jemand aus dem Auto springt und dann im Rückspiegel gesehen, wie sie auf dem Boden lag. So schnell ich konnte, hab ich angehalten und bin zu ihr hingerannt. Das ganze Gesicht war voll mit Staub und Blut. Wir haben die Wunden gesäubert und verbunden. Es sah nur aus wie Schürfwunden: eine auf der Stirn, eine auf der Nase und eine an der Lippe. Aber nichts gebrochen oder so.

Die Eltern haben mir keinen Vorwurf gemacht. Sie haben mich am nächsten Tag nur gebeten, ob ich sie ins Krankenhaus bringen könnte, dass sie noch einmal untersucht würde. Aber auch beim Röntgen kam nichts raus. Somit blieb es bei den Schürfwunden.

Heute, 5 Wochen später, ist wieder alles verheilt. Ein echtes kleines großes Wunder. Gott sei Dank, dass ich nicht schnell gefahren bin (mit Kindern hinten drin fahr ich immer extrem langsam) und Gott sei Dank, dass sie auf einen Stück Weg gefallen ist, wo nur dick Staub (und nur kleine Steinchen) lagen.

 
Niklas´s Abenteuer (2.März) PDF Print
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Heute durfte Niklas auf seinen ersten Schulausflug nach Quito gehen. Ich habe ganz schön damit gekämpft Niklas gehen zu lassen. Aber er wollte so gerne  und seine Lehrerin ist echt eine tolle Frau. So fuhr er heute mit seiner Vorschulklasse und der 1. Klasse nach Quito in ein Interaktivmusem. Er kam so richtig glücklich zurück, erzählte begeistert von Erdbeben und Vulkanausbrüchen.... Andere Kinder haben dann wohl auf der Rückfahrt geschlafen, aber er und seine beste Freundin haben wohl die fast 3 Stunden Fahrt ununterbrochen geschwätzt. Der kleine Kerl ist fast nicht müde zu bekommen :)

Abends sagte er dann noch zu mir: Mama das war ein Abenteuer, wenn ich groß bin, dann will ich Abenteuermann werden.

 
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