21.07.2008

Was die letzte so passiert istIch habe vergangene Woche einen 5-tätigen Kurs, der für den Motorradführerschein vorgeschrieben ist, besucht. Der Kurs besteht zu weiten Teilen darin, Gesetze auswendig zulernen und grauselige Unfallbilder und –filme anzugucken. (Ich hab in meinem Leben noch nie so viele Tote, Leichen, abgetrennte und eingequetschte und zermatschte Menschenteile gesehen, wie in den letzten Tagen. Gehört wohl zur Kategorie: Abschreckung) Zum Abschluss hatten wir dann am Freitag Prüfungen. An diesem Tag haben wir auch zum ersten Mal ein Motorrad gesehen. Aber es heiß gleich ohne Einweisung draufsitzen und Prüfung. Gott sei Dank, hatte ich die ganze Woche schon mit meinen Dienstmotorrädern geübt, vorher war ich noch nie auf einem Motorrad gesessen, geschweige denn, dass ich fahren konnte (jetzt geht’s so). Leider konnte ich von den 5 möglichen nur 3 Punkte holen (mir ist 2 mal das Motorrad abgesoffen, dem Polizist, dem es gehörte, später beim Losfahren aber auch J) Beim schriftlichen Teil fehlen mir auch 3 von 15 Punkten. Gebraucht hätte ich 16 oder 17. Am Mittwoch gibt’s die Zertifikate, eigentlich würde ich keins kriegen, aber mal sehen, ob der Polizist es ein bisschen schönt. Denn von einem Kurs von 20 sind maximal 5-8 durch. Und wenn das jede Woche so wäre, müsste es ja brudal viele Wiederholer geben. Aber in unserem Kurs war kein einziger. Schaun wir mal.Auch wenn ich nach dem ganzen Gruselfilmen nicht mehr so recht weiß, ob ich überhaupt Motorrad fahren will (ich glaub schon noch J), hoffe ich, dass das Motorrad eine Erleichterung für die Quichua-Arbeit sein wird. Ich komm besser auch in kleinere Dörfer, ich muss nicht mit dem großen (fast schon protzigen) Pickup fahren, ich fahr was, was die Leute sich selber auch eher leisten könnten und es wird hoffentlich weniger Sprit kosten. Was uns gerade auch beschäftigt, sind mal wieder die Ämter. Diesen Freitag, den 25. Juli werden es 2 Jahre, dass wir hier sind (Der halbe Term ist schon wieder vorbei, wie schnell doch die Zeit vergeht). D.h. aber auch, dass wir neue Visa brauchen. Im zuständigen Amt gab es aber wohl einige Wechsel für unsere Visa. D.h. statt 2 Jahren haben wir nur noch Visa für 1 Jahr ausgestellt bekommen. Das liegt wohl daran, dass mit dem Beginn vom Juli ein Wechsel an der Spitze der Visabehörde stattgefunden hat. Die Dame, die jetzt verantwortlich ist, stellt Missionarsvisa wohl grundsätzlich nur noch für ein Jahr aus. Laut Gesetz darf sie das wohl auch – unser Visum 12 VII kann von 6 Monaten bis 2 Jahre ausgestellt werden (so hab ichs im Internet nachgelesen). Der Chef vorher hat das Gesetz wohl mit viel Herz und Wohlwollen ausgelegt. Die Dame jetzt eher nicht. (Krögers mussten ihre Visa schon im Juni beantragen und haben es noch für 2 Jahre gekriegt). Kevin und Diego, werden als höchste Vertreter der Mission hier im Land, morgen bei der Dame vorstellig werden. Hoffentlich Können sie etwas erreichen. Es wäre halt für die Zukunft ein enormer Zeit- und vor allem auch Kostenfaktor (der Preis bleibt derselbe 180$ für Hauptantragsteller, ob für 1 oder 2 Jahre, insgesamt musste die Mission für uns 320$ zahlen. Und das jedes Jahr, das wäre schon ein ganz schöner Batzen). Was gab’s sonst noch? Unser Hund wurde letzte Woche ein paar Mal im Gesicht entstellt. Erst wollte er am Schwanz einer Kuh schnüffeln. Der hat es aber offenbar nicht so gefallen und hat ausgeholt Lukas ziemlich getreten, so dass es u.a. eine kleine Platzwunde am rechten Augenlid gab. Einen Tag später hat unser Hund dann gedacht, er müsste an einem anderen Hund rumschnüffeln, der im Gras rumlag. Dem hat es aber wohl nicht gefallen und dummerweise war auch noch größer, und da hat er unserm doch glatt in die linke Gesichthälfte gebissen. Es hat ziemlich geblutet und ist angeschwollen gewesen. Es geht aber wieder. Unser Hundchen lernt gerade die Respekt-Lektion vor größeren Tieren. Freitag hatte ich dann noch ein Erlebnis mit einem Schreiner in Ibarra, der mich versetzt hat, als er Möbel für die Mission in Ibarra abgeben sollte. Um 11 war ausgemacht. Um 11.30 hab ich in seinem Laden in Otavallo (30 min weg von Ibarra) angerufen. Ja, er würde gerade die letzten Möbel aufladen. Um 12 würde er kommen. Als er um 12.30 immer noch nicht da, hab ich recht erbost in seinem Laden angerufen, dass ich jetzt gehen würde, wenn er mich noch was von mir wollte, solle er mich anrufen. Um 13.30 Uhr bin ich dann schließlich nach Cotacachi zurückgefahren (der Schreiner hatte bis dahin immer noch nicht angerufen). Unterwegs traf ich ihn dann gegen 14.00, als ich ein Auto vollgeladen mit Möbeln überholen wollte – jetzt soll’s am Mittwoch wahr werden. Ich werd mit nicht allzu großen Erwartungen hingehen.

Samstagabend waren wir dann bei unserer ersten „Late-night-Hochzeit“. Die Tochter von Marlene, der Restaurantbesitzerin aus Cotacachi, hat geheiratet. Für die ist Samstag halt der Hauptgeschäfttag und da musste die Hochzeitsgesellschaft eben Rücksicht drauf nehmen.

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